Letzte Aktualisierung:
Montag, 16. Mai 2016
 

Mein Motorrad

Die Leidenschaft zum Zweirad begann mit meinem ersten Kinderfahrrad im Alter von 3 Jahren. Kleine Räder, vollgummibereift, rot und wahnsinnig schnell, für einen der gerade mal laufen kann.

Nachdem ich mich auf verschiedenen Fahrrädern eingefahren hatte, kaufte ich mir im Alter von 15 Jahren das erste motorisierte Zweirad. Es war eine gebrauchte Hercules M 5 mit Zweigang-Handschaltung.

Herkules M5S schräg von vorn Herkules M5S seitlich 

Weil die gut 30 km/h auf Dauer doch ihren Reiz verloren, überlegte ich, wie dem abzuhelfen wäre. Da ich in der Schule im Physikunterricht schon die Grundlagen des Zweitaktmotors vermittelt bekam und ich mir daraus ableiten konnte, welche Motoreigenschaften die Leistung wohl merklich beeinflussen könnten, versuchte ich dies in die Tat umzusetzen. Also Zylinder runter und nachgeschaut. Leider war bei diesem Motor der Zylinder und der Zylinderkopf aus einem Stück gefertigt, was verschiedene Korrekturvorhaben hinsichtlich einer Verdichtungsänderung und Verbesserung des Strömungsverhaltens erschwerten bzw. unmöglich machten. Also galt mein Augenmerk nun verstärkt der Einlass- sowie der Auslassseite. Ich besorgte mir einen größeren Vergaser vom Moped. Dem Vergaser wurde erstmal mit der Feile zu Leibe gerückt. Damit wuchs der Einlassquerschnitt auf gut 14 mm. Auslassseitig wurde der Moped-Krümmer montiert. Den größten spürbaren Effekt brachte aber der Austausch des Luftfilters gegen einen Nylon-Strumpf mit nachfolgender Korrektur der Düsennadelpositionierung. Damit rannte das Mofa dann gut 60 km/h. Ausgerüstet mit Stollenreifen und einem unerschrockenen Fahrer, war ich überwiegend abseits befestigter Straßen unterwegs.

Honda MT-8 seitlich
Mit 16 Jahren, die Leichtkrafträder (80 cm³) lösten gerade die Kleinkrafträder (50 cm³) ab, kaufte ich mir eine neue Honda MT 8. Das Ding hatte bullige 8 PS und ein halbwegs geländetaugliches Fahrwerk. Nur musste ich auch feststellen, das Manipulationsversuche durch die Kennzeichnung aller leistungsrelevanten Teile und die Motorelektronik im Keim erstickt wurden.

Zum Ausgleich besorgte ich mir eine Motocross-Maschine – eine KTM 420. Hier war richtig Leistung vorhanden, egal wie tief der Dreck auch war, die KTM wühlte sich immer durch. Zur damaligen Zeit galt noch, wer bremst ist feige, deshalb ließen die Bremsen wohl entsprechenden Biss vermissen. Außerdem war die Schaltung recht hakelig, was einige unfreiwillige Abstiege zur Folge hatte. Außerdem konnten die Fahrwerkskomponenten nicht mit der zeitgemäßen Konkurrenz mithalten, was ich durch fahrerischen Einsatz auszugleichen versuchte. Das Schlimmste war das Ankicken, hat die Fuhre länger gestanden, waren etliche Tritte erforderlich, den Motor zum Leben zu erwecken. Hier musste ich so einige schmerzhafte Rückschläge hinnehmen.

Mit 18 Jahren war die Zeit reif für einen richtigen Feuerstuhl für die Straße, nach allem was ich bis Dato gelesen hatte, schien mir die Yamaha RD 350 LC das richtige Moped zu sein. Also kurzerhand beim grauen Importeur bestellt. Das Ding war echt giftig und machte richtig Laune, nur der Sprit- und Ölverbrauch (10 l Super/100 km und 1 l teuerstes Zweitaktöl/300 km) sowie der enorme Reifenverschleiß (ca. 2.500 km/Hinterreifen) rissen große Löcher in meinen Geldbeutel. Doch mit keinem anderen Moped konnte man so mit einem Wheelie aus den Ecken heraus beschleunigen.

Yamaha RD 350 LC rechts

Yamaha RD 350 LC links

Eine bitumengeflickte Autobahn kurz hinter Heidenheim sorgte dafür, dass ich die RD neu aufbauen musste, das Ergebnis ist auf den Bildern zu sehen. Der Verkauf der Maschine fiel mir wirklich nicht leicht.

Yamaha RD 350 LC Umbau links

Yamaha RD 350 LC Umbau rechts

Das folgende Motorrad war eine gebrauchte Kawasaki KDX 175, hochbeinig und laut, die nicht lange in meinem Besitz verblieb.

Zwischenzeitlich hatte ich noch einen Scheunenfund, eine Honda CB 250 K4 im nahezu Originalzustand erworben, doch die Maschine fährt heute noch nicht, weil der Handbremszylinder defekt und gute Exemplare rar sind. Die kleine Honda wurde schließlich an einen Sammler in der näheren Umgebung abgegeben.

Nach langer Durststrecke und weil ich beim Hausbau auf sehr vieles verzichten musste, wollte ich mir im Jahr 2001 wieder ein Motorrad zulegen. Da ich nebenberuflich immer wieder mit Motorrädern zu tun hatte, ergab es sich, dass ich wieder einmal ein Motorrad in der Mache hatte und ich wurde wieder von dem Bazillus Zweirad infiziert.
Meine Vorstellung ging in Richtung große Enduro mit Straßenbereifung. Ich suchte verschiedene Motorradhändler auf und absolvierte eine Probefahrt auf einer 660 MZ. Irgendwie war das Ding zwar ganz neckisch, aber auch ein bisschen lahm. Also kurzerhand bei KTM vorbeigeschaut, ich konnte auch sofort eine LC 4 Supermoto Probe fahren. Nachdem der Motor warm war und ich durch einen kurzen Dreh am Gashahn das Moped auf die Hinterhand gestellt hatte, war meine Entscheidung gefallen – eine KTM 640 LC 4 Supermoto sollte es sein. Ich sprach mir noch einen Tag Bedenkzeit aus und am nächsten Tag wurde der Kauf klar gemacht.

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